Einblicke in die iFactory – ABC Reporter besichtigen Foxconn [Video]


Wer die Nachrichten in letzter Zeit verfolgt hat, dem ist der Wirbel um Apple und seinen Auftragshersteller Foxconn sicherlich nicht entgangen.

Apple nehme schlechte Arbeitsbedingungen, niedrige Löhne und unbezahlte Überstunden billigend in Kauf, hieß es. Apple CEO Tim Cook reagierte bestürzt auf die Vorwürfe und machte deutlich, Apple versuche stets ein höchst mögliches Maß an Sicherheit und Einhaltung von gerechten Arbeitsbedingungen einzuhalten. Nun durfte zum ersten Mal ein Fernsehteam die Fabrikhallen von Foxconn im chinesischen Shenzen und Chengdu betreten und Mitarbeiter befragen.

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Da Apple stets um äußerste Geheimhaltung bemüht ist was neue Produkte angeht, verwundert es umso mehr, dass ein Reporterteam samt Kamera die Fertigungsstandorte von iPhone, Mac und Co. besuchen durfte. Der US-amerikanische Nachrichtensender ABC schickte Reporter Bill Weir nach China. Zum ersten Mal überhaupt konnte man sehen, wie die Produktion der beliebten iDevices von statten geht. Dabei trifft man weniger auf Roboter oder Maschinen als viel mehr auf junge Menschen (keiner ist älter als 30) die zu Hunderten nebeneinander sitzen und Akkordarbeit leisten. Alle Geräte werden in Handarbeit zusammengesetzt.

So dauert die Fertigstellung eines iPad 5 Tage und erfordert 325 einzelne Herstellungsschritte. Die Schichten der Arbeiter dauern 12 Stunden, inklusive 2 Stunden Pause. Untergebracht werden sie mit bis zu 7 weiteren Kollegen in kleinen Schlafräumen. Für Verpflegung und Unterkunft müssen die Mitarbeiter selbst aufkommen. Der Monatslohn reicht jedoch nicht einmal aus, um sich ein iPad selbst leisten zu können.

Trotzdem, Foxconn zahlt im Vergleich zu anderen chinesischen Unternehmen einen relativ “hohen” Lohn. Die Verpflegung und Unterkunft sind nirgendwo günstiger. Dennoch machten Berichte über gefährliche Unfälle innerhalb der Produktionsstätte sowie Selbstmordserien von frustrierten Mitarbeitern schnell die Runde und warfen ein düsteres Bild auf Foxconn und seinen Auftraggeber Apple. Apple selbst trat der Fair Labor Assosciation bei und ordnete eine Überprüfung der Arbeitsumstände bei Foxconn an.

Der 15-minütige Bericht von ABC war bisher nur für US-Amerikaner zugänglich. Seit gestern ist er auch auf Youtube in Deutschland verfügbar. Wie spontan und authentisch der Bericht ist, ist schwer zu sagen. ABC gehört dem Disney-Konzern an, an dem auch Steve Jobs anteilsbeteiligt war. Eine vollkommen objektive Berichterstattung ist aufgrund dieser Tatsache schwer vorstellbar.

Doch Apple scheint einen Schritt in die richtige Richtung zu gehen, wenn auch etwas zaghaft und geschönt. Schade nur, dass Apple allein für die Probleme bei Foxconn verantwortlich gemacht wird, wo doch auch andere namenhafte Firmen wie Microsoft, HP, Dell oder Samsung ihre Produkte bei Foxconn herstellen lassen.

Hier nun der vollständige Bericht zum Besuch des ABC-Reporters in den Foxconn-Produktionsstätten:

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